SAP Lizenzierung: Einkauf an einem Scheideweg
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SAP Lizenzierung: Einkauf an einem Scheideweg

Das neue Produkt- und Lizenzmodell von SAP ist eine Herausforderung für den Einkauf. Weniger Funktionen bei mehr Kosten, Migration zu S / 4 Hana gegenüber externen Beschaffungssystemen – muss dies so sein?

Die Umstellung auf die neue Anwendungssuite S / 4 von SAP mit Datenbank Hana hat sicherlich viele geschäftliche Vorteile – aber nicht für den Einkauf. Zum Beispiel können Benutzer von SAP Supplier Relationship Management (SAP SRM) vor Ort nur ein funktional reduziertes Modul, S / 4 Hana Sourcing und Procurement, einsetzen.

Wer weiterhin vom gesamten SRM-Funktionsspektrum profitieren möchte, aber die Public-Cloud-Plattform SAP Ariba nicht nutzen möchte, kann Lösungen von Partnern oder Dritten nutzen – wenn SAP kein neues Preismodell hätte.

Mehr Kosten durch indirekten Zugriff

Das neue Preismodell von SAP wurde Indirect Access genannt und in Digital Access umbenannt. Es ist egal, wie Sie es nennen, es ist immer das gleiche Prinzip: Kunden müssen mehr für den Einsatz von Fremdsystemen mit SAP zahlen.

Aber warum? Traditionell betrafen die Lizenzmodelle von SAP nur die Anzahl der Benutzer, dh direkte / menschliche Interaktionen (SAP Human Access). Jetzt sind es jedoch nicht mehr nur Menschen. Automatisierte Systeme, Bots und Maschinen, die über Nicht-SAP-Frontends, kundenspezifische Lösungen oder Anwendungen von Drittanbietern auf SAP zugreifen, werden ebenfalls berücksichtigt. Benutzer müssen Lizenzgebühren zahlen, je nach Dokumenttyp und Zeile.

Zunächst scheint dieses Lizenzmodell überschaubar zu sein, aber es sagt den Benutzern tatsächlich wenig über zukünftige Lizenzzahlungen aus. SAP selbst arbeitet immer noch an generischen IT-Tools (LAW), um basierend auf Belegzeilen und -typen Vorhersagen darüber zu treffen, wie viel Benutzer zahlen müssen.

Das Beispiel eines Unternehmens beim Einkauf mit einer Drittanbieterlösung zeigt, wie viel Geld einige SAP-Benutzer aufgrund von Indirect Access aufwenden müssen. Dieses Unternehmen hat bereits 500 Benutzer lizenziert, die auf SAP-Systeme zugreifen können, um Beschaffungsdokumente zu erstellen. Nun möchte das Unternehmen eine Drittanbieterlösung verwenden, auf die natürlich auch alle 500 Benutzer zugreifen können. Wenn dieses Fremdsystem auf das SAP-System zugreift, erkennt SAP die 500 vorhandenen Benutzer als neu.

Dies bedeutet, dass der indirekte Zugriff von SAP das Unternehmen dazu zwingt, 1000 Benutzer anstelle von 500 zu bezahlen – obwohl sie ein und dasselbe sind. Folglich muss das Unternehmen viel mehr zahlen und kann nicht kontrollieren, was die Systeme als Zugriff erkennen. Und das, obwohl SAP mit seinem neuen Preismodell digitale Zugriffe transparenter machen wollte.

Vielleicht hat SAP mit seinem neuen Modell versucht, das Richtige zu tun. Bei Digital Access werden jedoch die Kunden verwirrt.

Die Vorteile der Upstream-Benutzerverwaltung

Der einzige Weg, zusätzliche Kosten zu vermeiden, besteht in der Unterscheidung zwischen SAP Human Access und SAP Digital Access. Intelligente SAP-Add-Ons machen es möglich. Neben der vollständigen Integration in SAP-Systeme bieten sie auch ein Benutzerverwaltungsmodul an, das auf einem vorgelagerten Nicht-SAP-Server ausgeführt wird. Dies ermöglicht den flexiblen und kosteneffizienten Einsatz des neuen SAP-Lizenzierungsmodells.

Wie funktioniert es? Wenn sich Benutzer anmelden, können Sie zwischen der Benutzerverwaltung von SAP (direkter Zugriff auf das System) und dem SAP-Add-On (indirektem Zugriff auf das System) wählen. Die Entscheidung hängt immer davon ab, welche Auswahl kostengünstiger ist.

Wer also überlegt, sein SAP-SRM-System durch ein SAP-basiertes Add-On zu ersetzen, sollte sich für eines entscheiden, das die Möglichkeit bietet, flexibel zwischen direktem und indirektem SAP-Zugriff zu wählen. Nur so kann ein Unternehmen dem Digital Access von SAP entkommen.

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