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"Play Hermann Hesse"
Er findet keinen Schlaf.
Spät muss es sein, sicher weit nach Mitternacht. Etwas hat ihn hochschrecken lassen. Ein Geräusch, der Zimmernachbar? Die Arme nach hinten gestützt, sitzt er gerädert, übernächtigt in diesem knarrenden Hotelbett. Am Körper klebt der Schweiß und an Händen und Beinen brennt der Ischias wie die Hölle. Er stößt Flüche aus in seiner alemannischen Mundart. Er wünscht sich den Tod, am liebsten Sterben auf der Stelle.
So geht das nun schon Nacht für Nacht, volle zwei Wochen lang, seit dem Tag seiner Ankunft im Kurhotel Verenahof in Baden.
Der Mann ist der Dichter Hermann Hesse.
Auf dem Tisch stapeln sich Bücher, obenauf die runde Brille und dann liegt dort das störrische Manuskript: Der Steppenwolf
Es will nicht voran gehen damit. Jedes Bemühen Hesses schlägt fehl. Der Steppenwolf wehrt sich und beißt gegen jeden Versuch der Zähmung und Einflüsterung. Nach der Art eines wilden Wolfes heult der Text an allen Tagen und besonders den Nächten seinem Autor grausam in den Ohren. Und gerade von Baden, dem lieblichen, sanften Kurort, seinen heilsamen Quellen, hatte Hesse sich einen Antrieb für diese Arbeit erhofft. Vergeblich, sagt er sich jetzt, vergeblich.
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Vielleicht hat er doch geschlafen. Einen ohnmächtigen und besinnungslosen Schlaf, vom Wein, Opium oder Veronal herbeigepeitscht, einen Totenschlaf, ohne dass er ihn wahr genommen hat. Er zweifelt daran.
Da hämmert die Turmuhr vom Stadttor ihre tiefen Schläge in die Nacht.
Es ist 3 Uhr nachts.
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